Vom 30.11. bis zum 11.12.2015 findet in Paris die UN-Klimakonferenz statt. Daher werden sich nun gehäuft Themen des Tages mit dem Klima beschäftigen, um Ihnen einige Informationen mit auf den Weg zu geben.
Im Rahmen der Klimakonferenz, über die im Thema des Tages vom 26.09.2015 berichtet wurde, hat die Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG) eine Stellungnahme zum Klimawandel abgegeben. Sie wurde von fünf renommierten Professoren der Meteorologie verfasst. (Die einzelnen Überschriften der Kapitel sind Originalzitate.)
Sie schreiben:
Der Klimatrend ist ungebrochen: Der weltweite Temperaturanstieg von 1880 bis 2012 betrug zwischen 0,65 und 1,06 Grad, in Deutschland etwa 1,3 Grad. Die meisten der wärmsten Jahre traten im 21. Jahrhundert auf, 2014 war das wärmste Jahr, 2015 hat Chancen 2014 noch zu übertreffen. Der Anstieg der Lufttemperatur läuft natürlich nicht kontinuierlich, sondern wird durch Einflüsse wie beispielsweise Vulkanismus, der die Sonneneinstrahlung dämpft, unterbrochen.
Der Einfluss der Meere im Klimasystem ist gravierend und setzt eindeutige Signale: Das Wasser der Meere (mit seiner mehrtausendfach höheren Wärmespeicherkapazität im Vergleich zur Luft) hat etwa 90% der Wärme aufgenommen und die obersten zwei Kilometer werden konstant wärmer. Die Lufttemperatur als Maß für die Klimaerwärmung ist also nicht optimal.
Der menschliche Einfluss auf den Klimawandel ist immer deutlicher nachweisbar: Während die Erwärmung weitgehend Konsens herrscht, gibt es über den anthropogenen (vom Mensch verursachten) Anteil der Klimaerwärmung noch ausgiebig Diskussionen. Der dominante anthropogene Einfluss wird vom IPPC (Sachstandsberichte innerhalb der UN zum aktuellen Stand der Klimaforschung) als "extrem wahrscheinlich" angesehen.
Der Einfluss der Sonnenaktivität reicht zur Erklärung des Klimawandels nicht aus: Die Sonnenaktivität nahm zwar bis 1950 zu, danach aber ab.
Klimamodelle bestätigen Klimaänderung und liefern Projektionen für die Zukunft: Die Klimamodelle liefern aufgrund ihrer Komplexität keine exakten Vorhersagen im eigentlichen Sinn, sondern Projektionen.
Die Temperatur wird weiter steigen: Je nach Szenario wird die Temperatur im globalen Mittel Ende dieses Jahrhunderts um 0,3 bis 4,8 Grad gegenüber dem Ende des letzten Jahrhunderts steigen. Ohne einschneidende Reduktion der klimawirksamen Gase sind mindestens 2,6 Grad höhere Lufttemperaturen zu erwarten.
Viele Unsicherheiten beim zukünftigen Anstieg des Meeresspiegels: Ob nun nur küstennahe Bereiche oder auch höher liegende Bereiche (bekanntes Beispiel ist der Kölner Dom) zukünftig vom steigenden Meeresspiegel erfasst werden, ist noch unklar.
Niederschlag und Extremwetterereignisse zeigen uneinheitliche Änderungstendenzen: Weltweit halten sich die regionalen Zu- und Abnahmen ungefähr die Waage. In Deutschland beobachtet man zunehmende winterliche Niederschläge.
Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen und erfordert Anpassungsmaßnahmen: Die Ökosysteme werden sich verändern. Maßnahmen sowohl in Bezug auf eine Reduktion der Erzeugung der Treibhausgase als auch vorausschauend in Bezug auf die zu erwarteten Änderungen (z. B. Erhöhung von Dämmen) sind durchzuführen.
Viele Fragen sind noch offen: Weitere Forschungen sind dringend notwendig.
Den vollständigen Text finden Sie unter http://www.dmg-ev.de/gesellschaft/aktuelles/documents/DMG-Klimastatem ent_2015.pdf*
Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst