Zwiebellook im Hochsommer!

Normalerweise sind die Übergangsjahreszeiten Frühling und Herbst bekannt für einen großen Tagesgang der Temperaturen. Während nach nächtlichem Auskühlen morgens häufig feuchtkühles Wetter vorherrscht, heizt die schon oder noch verhältnismäßig starke Sonne tagsüber mächtig ein und bringt die Menschen zum Schwitzen. Insgesamt ist diese Kombination von "feuchtkühl" zu "sonnig und heiß" dann förderlich für Erkältungskrankheiten.

Abhilfe kann der von einer Zwiebel inspirierte Kleidungslook aus mehreren Schichten, der sogenannte "Zwiebellook", schaffen. Direkt auf der Haut, als unterste Schicht, empfiehlt es sich keine Wolle oder Baumwolle zu tragen. Im Vergleich zu anderen Naturfasern, wie beispielweise Seide, nimmt die Baumwolle sehr viel Feuchtigkeit auf, ohne sie wieder abzugeben. Die Nässe bleibt schließlich auf der Haut und kühlt diese aus. Die Folge kann dann eine Erkältung sein. Idealerweise sollte die erste Kleidungsschicht ein Funktionsunterhemd sein. Darüber sollte ein T-Shirt oder Longsleeve folgen. Ein hochgeschlossener Cardigan oder Rollkragenpullover verhindert als dritte Schicht, dass kalte Luft am Halsausschnitt eindringen kann. Den Zwiebellook abschließen sollte dann eine Jacke aus atmungsaktivem, aber wasserabweisendem Material, die auch vor kaltem Wind Schutz bietet. Als klassischer Regenmantel kann zusätzlich ein Trenchcoat dienen.

Steigt tagsüber dann die Temperatur an oder betritt man einen wärmeren und trockenen Raum, können je nach Bedarf die obersten Kleidungsschichten abgelegt werden.

Zwar befinden wir uns kalendarisch im Hochsommer, doch das Wetter mutet derzeit eher wie Frühling oder Herbst an. Tiefstwerten verbreitet zwischen 10 und 4 Grad in der Nacht von Donnerstag zu Freitag folgen am heutigen Freitag vielerorts Höchstwerte zwischen 18 und 26 Grad. Die Temperaturspanne von 14 bzw. 22 Grad übersteigt dabei teilweise sogar den Tagesgang im Frühling und Herbst, sodass der Zwiebellook derzeit ein sinnvolles "Revival" starten kann. Auch am morgigen Samstag muss man sich nämlich in vielen Regionen morgens bei Tiefstwerten zwischen 14 und 5 Grad noch warm anziehen. Da die Sonne die Luft tagsüber jedoch auf Werte zwischen 20 und 28 Grad anheizt, sollte gleichzeitig die Möglichkeit des schichtweisen Ablegens geschaffen werden.

Erst zu Beginn der kommenden Woche wird es mit nächtlichen Tiefstwerten zwischen 19 und 12 Grad wieder deutlich milder, sodass man sich abends bzw. in der Nacht bei nur leichter Bekleidung wieder längere Zeit im Freien aufhalten kann.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.07.2015

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