Am heutigen Donnerstag wird in einigen Bundesländern Deutschlands der katholische Feiertag Fronleichnam gefeiert. Teil dieses Festes sind in vielen Städten und Gemeinden die Fronleichnamsprozessionen bei denen der Prozessionsweg mit frischem Gras und Blumenteppichen gesäumt ist. Dabei kann der Regenschirm in diesem Jahr getrost zu Hause bleiben, denn Hoch Walburga liegt heute mit Schwerpunkt über Deutschland und sorgt für verbreitet sonniges und trockenes Wetter. Dabei steigen die Temperaturen südlich der Mainlinie bereits auf sommerliche Werte über 25 Grad an. Im Norden hält dagegen die Zufuhr kühlerer Meeresluft zunächst noch an.
In den kommenden Tagen wird sich Hoch Walburga weiter Richtung Osteuropa verlagern. Gleichzeitig nähert sich vom Atlantik Tief Lothar. Da die Luft auf der Nordhalbkugel um ein Hochdruckgebiet mit dem Uhrzeigersinn und um ein Tiefdruckgebiet gegen den Uhrzeigersinn strömt, dreht der Wind zwischen diesen Druckgebilden allmählich auf südliche Richtungen. Das bedeutet, dass heiße Luftmassen aus dem Südwesten Europas zu uns geführt werden. Somit ist am morgigen Freitag mit einem deutlichen Anstieg der Temperaturen zu rechnen, wobei vor allem im Süden und Westen Höchstwerte bis zu 34 Grad erwartet werden. Auch im Norden kann sich dann wärmere Luft durchsetzen. Ausnahme bleiben zunächst noch die Küstenregionen, wo die Temperaturen tagsüber zunächst noch unter 25 Grad verweilen. Spätestens am Samstag setzt sich aber auch dort das sommerliche Wetter durch. Abseits der Küstenregionen und des angrenzenden Binnenlandes dürfte dann morgen und am Samstag vielerorts die 30-Grad-Marke geknackt und somit der erste heiße Tag des Jahres verzeichnet werden.
Zwar gab es am 12. Mai bei einer ähnlichen Wetterlage schon mal einen Vorgeschmack auf sommerliche Temperaturen, Werte über 30 Grad beschränkten sich damals aber auf sehr wenige Orte. Rekordverdächtig sind die erwarteten Temperaturen für Anfang Juni aber nicht. In Erinnerung geblieben ist sicherlich das Pfingstwochenende Anfang Juni 2014, als in Deutschland teilweise Temperaturen bis zu 37 Grad verzeichnet wurden.
Mit der aufkommenden Hitze sind heute vereinzelt und morgen häufiger bevorzugt im Alpenraum sowie im Schwarzwald einzelne Gewitter mit Starkregen möglich. Am Samstag greift die Kaltfront von Tief Lothar von Nordwesten auf Deutschland über. Vor allem in der vorgelagerten Warmluft muss dann häufiger mit Gewittern gerechnet werden. Wo genau der Schwerpunkt der Gewitter sein wird, lässt sich derzeit noch nicht genau vorhersagen. Aus heutiger Sicht ist aber davon auszugehen, dass sich vor allem Richtung Süden und Osten Gewitter entwickeln werden. Örtlich können diese insbesondere aufgrund von Starkregen, aber auch durch Hagel und Sturmböen unwetterartig sein. Wie so häufig bei Gewitterlagen wird es aber auch Regionen geben, in denen es trocken bleibt.
Nach Kaltfrontpassage gelangt wieder deutlich kühlere Luft zu uns, so dass die Höchstwerte am Sonntag im Norden und Nordwesten Deutschlands unter 25 Grad liegen werden. Im Süden und Südosten bleibt hingegen die warme und zu Gewittern neigende Luftmasse zunächst erhalten. Südlich der Donau sind deshalb auch am Sonntag noch einmal teils kräftige Schauer und Gewitter möglich. Zu Beginn der neuen Woche scheint sich aber auch dort vorübergehend die kühlere Luftmasse durchzusetzen.
Dipl.-Met. Johanna Anger
Deutscher Wetterdienst