Unsere Wettervorhersagemodelle werden ständig verbessert und insbesondere im mittelfristigen Vorhersagezeitraum steigt die Qualität signifikant. Da kann dann der Meteorologe auch den Mut aufbringen, bereits heute das Wetter für das kommende lange Wochenende vorherzusagen. Nach der Sommerübung vergangene Woche steht nicht nur uns, sondern fast ganz Europa für Sonnenanbeter eine meteorologisch eher unangenehme Woche ins Haus. Landwirte dagegen, die dringend auf Niederschläge warten, können aufatmen, werden örtlich aber auch die Starkniederschläge verfluchen, die in den ausgetrockneten Boden nicht einsickern.
Grund dafür sind Höhentiefs über Mitteleuropa, deren Auswirkungen bis Nordafrika reichen. Dabei nimmt die Intensität der Wetterereignisse von Nord nach Süd ab.
Nun also zum voraussichtlichen Wetter vom langen nächsten Wochenende.
Skandinavien und Dänemark: Unbeständig, also nicht durchgehend regnerisch, sondern auch zeitweise gering bewölkt. Im Süden und in Dänemark um 10, im Norden um 5 Grad, dort Nachtfrost.
Britische Inseln und Beneluxstaaten: Überwiegend stark bewölkt und wiederholt teils schauerartiger Regen. Um 10 Grad.
Frankreich: Im Norden wiederholt Regen bei 11 Grad. Im Süden leicht unbeständig und um 20 Grad.
Westliches Mittelmeer: Zunehmend freundlich und im Binnenland Höchstwerte an die 30 Grad, an den Küsten um 25, bei auflandigem Wind um 20 Grad.
Zentrales Mittelmeer: Am Freitag unbeständig mit Gewitterschauern vor allem im Norden. Am Wochenende Wetterberuhigung. Zwischen 20 Grad in Norditalien und 28 Grad in Afrika; bei auflandigem Wind kühler.
Östliches Mittelmeer: Zunächst überwiegend sonnig, später im Norden zunehmend gewittrige Schauer. 25 bis 30 Grad, im Inneren Ägyptens bis 40 Grad.
Kanarische Inseln: Überwiegend schön und um 20 Grad.
Und wem die Vorhersagen zu "schlecht" sind, für den sei gesagt, dass eines der sechs für die Vorhersage betrachteten Wettervorhersagemodelle insbesondere für das Mittelmeer eine wesentlich sonnigere Meinung vertritt. Die Kollegen, die sich intensiv mit den mittelfristigen Modellen beschäftigen, verwerfen aber aus Erfahrungsgründen dieses "Sondervotum".
Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst