Spätestens nach dem Gastspiel des Frühsommers am vergangenen Mittwoch mit Tageshöchstwerten über 25 Grad (definitionsgemäß ein Sommertag) in der Südwesthälfte Deutschlands rücken die Gedanken an Wintersportaktivitäten nun wohl endgültig in den Hintergrund. Ab in den Keller mit Schlitten und Skischuhen. Jetzt wird die Badehose ausgepackt!
Doch es war nur ein kurzes Intermezzo des Frühsommers, denn inzwischen ist bereits wieder deutlich kühlere Luft nach Deutschland eingeflossen. Am gestrigen Freitag lagen die Tageshöchsttemperaturen nur noch zwischen 11 Grad im Nordosten und bis zu 18 Grad im Südwesten. Auch am heutigen Samstag werden nur Werte zwischen 11 Grad im Norden bzw. Nordosten und bis zu 16 Grad im Südwesten erwartet. Die Badehose kann also erst mal wieder im Schrank nach unten wandern.
Verantwortlich für den Temperaturrückgang ist die aktuelle Luftdruckkonstellation. Ein Tiefdruckkomplex über Russland sorgt in Verbindung mit einem ausgeprägten Hochdruckgebiet, das sich über den Britischen Inseln aufgebaut hat, hierzulande für eine nördliche Strömung und die Zufuhr deutlich kühlerer Luft aus dem Norden Europas. Die derzeitige Wetterlage schlägt sich auch im aktuellen Witterungscharakter nieder, denn zwischen den beiden Druckgebilden sitzen wir sozusagen genau zwischen den Stühlen. Während in der Westhälfte der Hochdruckeinfluss bereits die Oberhand gewonnen hat und für vielfach sonniges Wetter sorgt, kann der Tiefdruckeinfluss in der Osthälfte zeitweise auch noch für etwas mehr Wolken sorgen. Regen fällt aber kaum.
Wirft man einen Blick auf die aktuellen Prognosen, so scheint eine Rückkehr von sommerlichen Temperaturen erst einmal in die fernere Zukunft zu rücken. Dennoch steigen die Temperaturen in den kommenden Tagen wieder 'peu a peu' an und man kann allmählich wieder mit Tageshöchstwerten um und vor allem in der Südwesthälfte auch über 20 Grad rechnen. Wenngleich der anhaltende Hochdruckeinfluss für oft sonnige Verhältnisse sorgt, sieht Badewetter bei dem vorherrschenden Lufttemperaturniveau dennoch anders aus. Im Monat April wäre das aber eigentlich auch etwas viel verlangt.
Einen kleinen Trost für alle Freiluft-Badefreunde bieten die aktuellen Wassertemperaturen (siehe Abbildung unter www.dwd.de/tagesthema). Denn Nord- und Ostsee laden mit Werten um 7 Grad, zumindest für die meisten von uns, ohnehin noch nicht wirklich zum Baden ein. Im westlichen und zentralen Mittelmeerraum liegen die Wassertemperaturen mit Werten um 15, im südlichen und östlichen Mittelmeerraum mit Werten um 17 Grad bereits deutlich höher und nähern sich sozusagen langsam 'badetauglichem' Niveau.
Mag.rer.nat. Michael Tiefgraber
Deutscher Wetterdienst