Wie nass wird es?

Im Tagesthema vom gestrigen Freitag wurde die sich an diesem Wochenende vollziehende Wetterumstellung bereits angekündigt. Neben mitunter stürmischem Wind bringen schubweise von Westen ins Land hereinziehende Regengebiete viel "Nass" von oben. Des einen Freud', des andern Leid' - vor allem diejenigen, die aus wirtschaftlichen Gründen auf regelmäßige Niederschläge angewiesen sind, werden diese Entwicklung mit Wohlwollen aufnehmen. Denn der März präsentierte sich bisher als ziemlich trockener Monat. Vielfach ist nicht einmal ein Drittel des Niederschlagssolls auf Grundlage des vieljährigen Mittels gefallen. Trotz der trockenen Vorgeschichte könnte das Monatssoll des Niederschlags aber noch erreicht werden.

Aktuelle Prognosen der verschiedenen Wettermodelle lassen bis auf Weiteres auf insgesamt drei Niederschlagsereignisse schließen, die Deutschland bis einschließlich Dienstag nacheinander von Westen und Nordwesten her aufsuchen werden. Niederschlagsgebiet Nummer Eins erreicht Deutschland bereits am heutigen Samstag. Nach kurzer Beruhigung im Verlaufe der Nacht zum Sonntag und Sonntagfrüh sorgt Niederschlagsgebiet Nummer Zwei am Sonntag und in der Nacht zum Montag verbreitet für anhaltende und zum Teil auch ergiebige Niederschläge. Wechselhaftem Schauerwetter am Montag folgt zum Dienstag Niederschlagsgebiet Nummer Drei.

Bis Dienstag werden verbreitet zwischen 10 und 20 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet. Weitaus höhere Niederschlagsmengen sind im Bereich der westlichen und südlichen Mittelgebirge sowie in einigen Gebieten in und an den Alpen möglich. Da wir es die meiste Zeit mit einer Anströmung aus westlichen Richtungen zu tun haben werden, sind die Westränder größerer Gebirge ganz besonders prädestiniert für hohe Niederschlagssummen. So sind aufgrund von "Staueffekten" beispielsweise in der Eifel, im Bergischen Land, im Sauerland, im Rothaargebirge, im Bayrischen Wald und in der Rhön 30 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter möglich. Noch etwas "üppiger" fallen die Niederschlagssummen im Schwarzwald und im Allgäu aus. Dort muss stellenweise mit über 50, vereinzelt auch bis 90 Litern pro Quadratmeter gerechnet werden. Die aktuelle Prognose des Gesamtniederschlags bis Mittwoch (2 Uhr MESZ) des DWD-Wettermodells ICON vom 28.03. (1 MEZ) finden Sie unter www.dwd.de/tagesthema. Damit dürfte in den explizit genannten Regionen vielerorts tatsächlich doch noch das Niederschlagssoll des Monats März erreicht oder gar überschritten werden.

Da in der westlichen Strömung phasenweise auch recht milde Meeresluft herangeführt wird, steigt die Schneefallgrenze vor allem in den südlichen Regionen zeitweise bis in die höchsten Lagen an. Der zum Teil noch vorhandene Schnee schmilzt dabei und sorgt für ein zusätzliches Wasserdargebot und ein noch etwas höheres Hochwasserpotenzial. Besonders kleinere Flüsse reagieren kurzfristig auf den hohen Wassereintrag und können über die Ufer treten.

Auch über die Wochenmitte hinaus deutet sich keine durchgreifende Wetterberuhigung an. Es bleibt unbeständig, wenn auch die Niederschlagsmengen wohl nicht mehr ganz so hoch ausfallen. Das Osterwetter steht bisweilen noch in den Sternen. Selbst eine Trendaussage ist noch mit Vorsicht zu genießen. Denjenigen, die nicht auf einen ersten "Fingerzeig" in Richtung Osterwetter verzichten möchten, sei gesagt, dass nach jetzigem Stand ein wechselhafter und wenig frühlingshafter Wettercharakter über die Osterfeiertage wahrscheinlicher erscheint.

Dipl.-Met. Adrian Leyser

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.03.2015
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