Die Vegetationsperiode hat begonnen, die Schneeglöckchen sind schon vielerorts verblüht und andere Frühblüher lassen die Köpfe hängen. Für die meisten von uns wird es Zeit, dass so langsam das Grün auch an Bäumen und Sträuchern Einzug hält. Nun brauchen die Pflanzen aber nicht nur zunehmende Temperaturen und länger werdende Tage, und damit mehr Licht, sondern auch Regen. Derzeit sind die Böden allerdings deutschlandweit überwiegend sehr trocken. Natürlich gibt es auch hier Unterschiede je nach Bodenbeschaffenheit, Lage und Region.
Zu Jahresbeginn dagegen waren die Böden überwiegend sehr nass. Im Januar wurde das Monatssoll an Niederschlag, also das vieljährige Niederschlagsmittel des Monats, deutschlandweit deutlich übererfüllt. Dabei fielen im Landesdurchschnitt 84 Liter pro Quadratmeter, dies entspricht knapp 140 % im Vergleich zum 30-jährigen Mittelwert von 1961 bis 1990. Bereits der Februar war aber mit Ausnahme des Nordwestens von Deutschland recht trocken: im Mittel wurden nur etwa 22 Liter pro Quadratmeter und damit nur 45 % des Februarmittels registriert. Im nun langsam zu Ende gehenden März setzte sich das Niederschlagsdefizit bisher fort, so dass bis einschließlich 22. März im Landesdurchschnitt nur rund 19 Liter pro Quadratmeter, respektive etwa 34 % des Monatsmittels für März, gefallen sind. Besonders wenig Regen fiel im Süden und Südwesten Deutschlands, mit Ausnahme des Alpenrandes und des Alpenvorlandes.
Die recht verbreitete Trockenheit lässt sich auch am sogenannten Waldbrandgefahrendindex (WBI) ablesen, der aus meteorologischen Elementen wie Lufttemperatur, relativer Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Niederschlagssummen errechnet wird. Während der Frühjahrsmonate fließt zudem die Schneehöhe in die Berechnung ein. Eine aktuelle, grafische Darstellung des WBI, die täglich auf der Warnseite des Deutschen Wetterdienstes unter der Rubrik Gefahrenindizes veröffentlicht wird, finden sie heute auch unter www.dwd.de/tagesthema. Hierbei muss aber betont werden, das dies nicht mit der Waldbrandgefahr gleichzusetzten ist. Der WBI dient einigen Landesforstbehörden als Einschätzungshilfe der Waldbrandgefahr, die dann gegebenenfalls konkrete Waldbrandwarnungen ausgeben.
Und nun kommt die gute Nachricht für die Natur und alle Gärtner unter uns: auch wenn das Niederschlagsdefizit wohl nicht ausgeglichen werden kann, bleibt es nicht so trocken wie in den vergangenen Wochen. Am heutigen Dienstag können die Regenschirme im überwiegenden Teil Deutschlands allerdings noch getrost zu Hause bleiben - mit anderen Worten: es bleibt heute nochmals überwiegend trocken. Die Ausnahme bilden dabei die Nordseeküste und der äußerste Nordwesten Schleswig-Holsteins, wo gelegentlich ein paar Regentropfen fallen können. In den westlichsten Landesteilen und im Südwesten sind im späteren Tagesverlauf ebenfalls leichte Niederschläge nicht ganz ausgeschlossen. Ab Mittwoch findet dann allgemein ein Übergang zu wechselhaftem Wetter und damit zu zeitweiligen Regenfällen statt. Ein Regenband erreicht Mittwochfrüh den äußersten Westen und verlagert sich zunächst nur sehr langsam ostwärts. Im Laufe des Donnerstages kommt es dann auch zunehmend in den südlichen und östlichen Landesteilen zu zeitweiligem Regen. Auch ein nächstes Regengebiet erreicht voraussichtlich am Donnerstagabend den Westen, um sich ebenfalls allmählich ostwärts zu verlagern. Nach aktuellem Stand der Prognosen, werden die Regenmengen bis Freitagabend meist zwischen 2 und 8 Litern pro Quadratmeter liegen, ganz im Westen etwa zwischen Eifel und dänischer Grenze sowie am Alpenrand werden insgesamt 10 bis ungefähr 20 Liter erwartet.
Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst