Helau, Alaaf, Halt Pohl und Ahoi!

Das närrische Treiben 2015 hat mit der Altweiberfastnacht am vergangenen Donnerstag bereits seinen ersten Höhepunkt hinter sich, bis zum kommenden Dienstag stehen in vielen Teilen Deutschlands jetzt aber die traditionellen Karnevalsumzüge an. Die wollen natürlich bei "schönem", sprich trockenem, nicht zu kaltem und vielleicht mit ein paar Sonnenstrahlen versehenem Wetter genossen werden. Aber wird es auch das passende Wetter geben?

Bereits am heutigen Nelkensamstag finden in einigen Städten große Karnevalsumzüge statt. So kann man am Nachmittag beispielsweise in Osnabrück, Hannover und Moers lustig geschmückte oder verkleidete Wagen, Fußtruppen und Musikkapellen bewundern. Sehr beliebt ist auch der sogenannte Geisterzug ("Jeisterzoch"), der sich ab 19 Uhr und Dunkelheit durch die Straßen Kölns bewegen wird. Wenn in Osnabrück also "Osna Helau", in Hannover und Moers "Helau" (wahlweise kombiniert mit dem Städtenamen) und in Köln "Alaaf" als Narrenrufe zum Besten gegeben werden, wird es in diesen Städten häufig trocken bleiben (siehe dazu auch die Grafik des Wetters vom 14.-17. Februar 2015 unter http://www.dwd.de/tagesthema). Ein leichtes Regenrisiko ist für Moers und Köln auszumachen, ebenso für alle Umzüge, die heute vom Rheinland bis ins westliche Baden-Württemberg und westlich davon stattfinden. In diesen Regionen sind die Wolken häufig etwas dichter, sonst gibt es zum Teil Sonnenschein, vor allem in Ostdeutschland. In Osnabrück und Hannover kann die Sonne mit ihren wärmenden Strahlen die Narren also zusätzlich erfreuen. Die Temperaturen liegen zwischen 5 und 11 Grad, kälter bleibt es nur in einigen Hochnebelregionen und an der Ostsee.

Am Tulpensonntag kann man - neben vielen weiteren kleinen und großen Umzügen im ganzen Land - auch in Mannheim ("Mannem ahoi"), Oberhausen ("Helau"), Wuppertal ("Wupp-di-Ka" - Wuppertal - die - Karnevalisten), Frankfurt ("Helau") und Braunschweig ("Brunswiek Helau") an größeren Umzügen teilnehmen. Dabei gibt es im Westen und Süden Deutschlands ein überschaubar kleines Regenrisiko, sonst bleibt es weitgehend trocken. Zeitweise ist überall Sonnenschein möglich, sollten nicht Nebel oder Hochnebel als derzeit nur schwer vorhersagbare Wetter-Komponenten einen Strich durch die Rechnung machen. Am Nachmittag wird es ähnliche Temperaturen wie am Vortag geben: 4 bis 9 Grad, im Südosten etwas kälter.

Am Rosenmontag finden die meisten Umzüge statt. Besonders im Blickpunkt stehen die Züge in Köln, Düsseldorf ("Helau") und Mainz ("Meenz Helau"), die zum Teil mehr als eine Million Besucher anlocken. Nach aktuellem Stand sieht es für alle Jecken gar nicht so schlecht aus, dass das gewünschte Wetter eintrifft. Wenn etwas von oben kommt, werden es meist Kamelle (oder andere von den Wagen geworfene Sachen) sein und keine Regentropfen oder Schneeflocken. Dazu gibt es eine Mischung aus Sonne und Wolken bei 3 bis 9 Grad, nur bei Dauerhochnebel bleibt es kälter.

Zum Abschluss des Straßenkarnevals am Veilchendienstag ist der Umzug in Mönchengladbach ("Halt Pohl") einer der größten. Auch in München ("Narri, Narro") kommt es dann zum Faschingshöhepunkt, dieser ist allerdings nicht durch einen Umzug, sondern durch den Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt gekennzeichnet. Der Dienstag gestaltet sich beim Wetter recht ähnlich wie der Montag, gebietsweise könnte aber etwas mehr Bewölkung auftreten. Diese sorgt jedoch kaum für Niederschläge. Dazu gibt es 3 bis 8 Grad.

Der diesjährige Karneval steht also in seiner "heißen" Phase unter einem auf das Wetter bezogen meist guten Stern. Und wenn dann am Aschermittwoch alles vorbei ist, kann man vielerorts weiterhin den Sonnenschein bei weiter recht milden Temperaturen genießen. Dann hätte, einer allerdings nicht verifizierten Theorie zufolge, die Karnevalsfeierei ihren Zweck - die Vertreibung des Winters - sogar tatsächlich temporär erfüllt.

Dipl.-Met. Simon Trippler

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.02.2015
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