Tief "Mischka" hat Europa fest im Griff Menschen mit gutem Gedächtnis (oder mit guter Internet Suchmaschine) ist der Name "Mischka" (Verniedlichungsform von "Mischa") vielleicht noch von den Olympischen Sommerspielen 1980 in Moskau in Erinnerung. Ein süßer Plüschbär erlangte damals, als kuscheliges olympisches Maskottchen, unter diesem Namen große Bekanntheit. Weitaus weniger angenehm als ein Stofftier fühlt sich nun das Tiefdruckgebiet namens "Mischka" an, das mit seinen ungemütlichen Begleiterscheinungen Europa fest im Griff hat. Schon Anfang der Woche nahm Tief "Mischka", vom westlichen Nordatlantik kommend, Kurs auf Nordeuropa und erreichte am Mittwoch die norwegische Küste. Dabei verschärften sich über Deutschland die Luftdruckgegensätze und der Wind frischte teils stürmisch auf. Die zugehörigen Ausläufer griffen dabei mit ersten Niederschlägen auf Deutschland über. Zunächst fiel in tiefen Lagen meist noch Regen und nur in höheren Lagen Schnee. In der Nacht auf Donnerstag begann jedoch von Nordwesten maritime Polarluft einzufließen und damit sank in der Folge die Schneefallgrenze am Donnerstag und Freitag teilweise bis in tiefe Lagen. In Zusammenhang mit der hochreichenden Kaltluft waren vor allem im Nordwesten des Landes zeitweise sogar Gewitter mit im Spiel. Tief "Mischka" hat sich einstweilen über ganz Europa breitgemacht (siehe Abbildung unter www.dwd.de/tagesthema). Es bildet einen gewaltigen Tiefdruckkomplex mit mehreren Zentren und sorgt in weiten Teilen Europas für unbeständiges Wetter sowie für Abkühlung. Mit einem Kerndruck von 973 hPa liegt das Zentraltief derzeit über der Ostsee, weitere Randtiefs liegen über der Nordsee und dem nördlichen Mittelmeer. Die markante Tiefdrucklage, der wir zurzeit ausgesetzt sind, spiegelt sich auch in der Werten des (reduzierten) Bodendrucks über Deutschland wider. Denn Werte zwischen 974 und 980 hPa in der Nordhälfte und zwischen 980 und 986 hPa in der Südhälfte liest man von den Barometern in Deutschland auch nicht alle Tage ab. Nach aktuellen Modellvorhersagen bleiben uns die momentane Druckkonstellation und somit auch die winterliche Witterungsperiode noch einige Zeit erhalten. Während in den nächsten Tagen im Tiefland zumindest tagsüber oft noch leicht positive Temperaturen erreicht werden (im Bergland herrscht ohnehin Dauerfrost), könnte es ab Mitte der kommenden Woche auch im Tiefland vielerorts bei Dauerfrost bleiben. Tief "Mischka" wintert uns ein. Mag.rer.nat. Michael Tiefgraber Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 31.01.2015 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst