Lovejoy - ein Komet für das bloße Auge Derzeit lässt sich am nächtlichen Himmel wieder einmal ein hellerer Komet beobachten. Er wurde im August 2014 vom australischen Amateurastronom und Kometenjäger Terry Lovejoy entdeckt und trägt seither den Namen Lovejoy C/2014 Q2. Kometen oder auch Schweifsterne sind Himmelskörper, die zu einem Großteil aus Eis und Staub bestehen und sich in einer Umlaufbahn um die Sonne befinden. In Sonnennähe erwärmen sich die Kometen, wodurch das Eis sublimiert. Dadurch entsteht eine Hülle aus Gas und Staub (die Koma), die vom Sonnenwind weg getragen wird, wodurch sich der für Kometen typische Schweif bildet. Der Ursprungsort von Kometen liegt im Kuipergürtel oder in der Oortschen Wolke, am Rande des Sonnensystems jenseits der Neptunbahn. Hier ist es besonders kalt. Somit gefrieren dort die Wasserstoffverbindungen, die sich nach der Entstehung des Sonnensystems in diesen Regionen angesammelt haben, zu Eis. Ab und zu werden solche Eisbrocken aus der Bahn gerissen und bewegen sich Richtung inneres Sonnensystem. Das besondere an Lovejoy ist seine grüne Farbe. Sie entsteht durch zweiatomige Kohlenstoffmoleküle, die im Gas des Kometen enthalten sind und im Sonnenlicht grün fluoreszieren. Zunächst war Lovejoy in Amateurteleskopen kaum zu sehen. Doch im Dezember erlebte der Komet einen regelrechten Helligkeitsausbruch. Zurzeit bewegt er sich weiter auf die Sonne zu und hat am 30. Januar seinen sonnennahesten Stand erreicht. Jetzt befindet er sich nahe seinem Helligkeitsmaximum und es ist die beste Zeit um den Kometen zu beobachten. Der Komet hat bereits die 4. Größenklasse erreicht. Das heißt, er ist bei dunklem Himmel abseits der Städte sogar mit dem bloßen Auge als nebeliger Fleck am Himmel erkennbar. Mithilfe eines Fernglases lässt sich sogar der Schweif erkennen. Da wir auf den Neumond zu gehen, stört bei der Beobachtung das Streulicht des Mondes jetzt auch nicht mehr. Um Lovejoy zu finden, sucht man im Abend im Südosten das Sternbild des Orions, geht von dort ein ganzes Stück nach rechts oben bis zu einem rötlichen helleren Stern (Aldebaran). Weiter rechts oben sollte sich dann die Sternansammlung der Plejaden (Siebengestirn) leicht finden lassen. Etwas rechts dieses Sternhaufens steht der Komet Lovejoy. Eine Aufsuchkarte und weitere Beobachtungstipps gibt es unter http://www.kometen.info/2014q2.htm. Vom Wetter her gestaltet sich die Beobachtung in den nächsten Tagen jedoch etwas schwieriger. Schwache Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa sorgen häufiger für dichte Wolken. Sehr gute Chancen auf klaren Himmel hat man heute Nacht nördlich des Thüringer-Waldes und des Erzgebirges, in Sachsen, in Brandenburg und im südlichen Sachsen-Anhalt. Richtung Hessen und Baden-Württemberg und im südlichen Nordrhein-Westfalen trüben zeitweise Schleierwolken die Sicht auf die Sterne. In Bayern ist es nur örtlich klar. Dort bildet sich meist Nebel, oder es hält sich Hochnebel. Gute Chancen hat man jedoch am Alpenrand. Ganz schlecht sieht es im Nordwesten aus. Dort bringt ein dichtes Wolkenband für etwas Schnee. In der neuen Woche sieht die Wolkensituation dann noch schlechter aus. Auflockerungen werden seltener. Sollte sich in den nächsten Tagen keine Beobachtungsmöglichkeiten ergeben, so hat man noch bis 30. Januar die Chance. Ab dann macht sich Lovejoy wieder auf den Weg zum Rand unseres Sonnensystems und wird uns erst in 8000 Jahren wieder einen Besuch abstatten. Dipl.-Met. Christian Herold Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 18.01.2015 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst